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Das "sensitive" Automobil

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Abstract:
Ref. in Deutsch Im statistischen Mittel stirbt jede Minute ein Mensch auf der Welt an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Der volkswirtschaftliche Schaden, der hierdurch entsteht, addiert sich für Europa, USA und Japan zu einer Summe von fast 700 Mrd. €. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, durch die Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen der Unfallhäufigkeit und der Unfallschwere entgegenzuwirken. Maßgeblich ist bei der Entwicklung aktiver und passiver Fahrerassistenzsysteme die Fähigkeit des Fahrzeugs, seine Umgebung wahrzunehmen und zu interpretieren, gefährliche Situationen zu erkennen und den Fahrer bei seinen Fahrmanövern bestmöglich zu unterstützen. In kritischen Fahrsituationen entscheiden häufig lediglich Bruchteile von Sekunden, ob es zu einem Unfall kommt oder nicht. So haben Studien ergeben, dass rund 60 Prozent der Auffahrunfälle und fast ein Drittel der Frontalzusammenstöße gar nicht passieren würden, wenn der Fahrer nur eine halbe Sekunde früher reagieren könnte. Jeder zweite Unfall auf Kreuzungen ließe sich durch schnellere Reaktion verhindern. Diese Erkenntnis führte Ende der achtziger Jahre zur Vision eines hocheffizienten und in Teilen automatisch ablaufenden Straßenverkehrs, wie beispielsweise in dem vom Bundesforschungsministerium unterstützten Projekt „Prometheus“ demonstriert werden konnte. Damals waren jedoch die dafür notwendigen elektronischen Komponenten – hochempfindliche Sensoren und extrem leistungsfähige Mikrorechner – noch nicht großserienreif und für den Fahrzeugeinsatz ungeeignet. Heute sind sie verfügbar und rücken die Realisierung des "sensitiven" Fahrzeugs in greifbare Nähe: Sensoren ertasten die Fahrzeugumgebung; aus den ermittelten Objekten leitet das System Warnungen ab oder führt Fahrmanöver aus – und zwar um die entscheidenden Sekundenbruchteile schneller, als es selbst ein sehr aufmerksamer und geübter Fahrer kann. Eine statistische Analyse der Ursachen von Unfällen außerhalb geschlossener Ortschaften in Deutschland zeigt, dass mehr als ein Drittel aller Unfälle auf einen Spurwechsel oder auf unbeabsichtigtes Verlassen der Fahrspur zurückzuführen sind. Hier können Systeme Abhilfe schaffen, die zum einen den toten Winkel des Autofahrers überblicken und zum anderen die Spurhaltung des Fahrzeugs überwachen. Bei einem weiteren Drittel handelt es sich entweder um frontale Zusammenstöße oder Auffahrunfälle, die durch Kollisionswarnsysteme vermieden werden könnten. Auch die Kollisionsvermeidung, beispielsweise durch einen aktiven Bremseneingriff, ist denkbar. Die adaptive Fahrgeschwindigkeitsregelung ACC (Adaptive Cruise Control) von Bosch stellt bereits einen ersten Schritt in diese Richtung dar. Die elektronische Rundumsicht ist die Basis für zahlreiche Fahrerassistenzsysteme. Anhand der verschiedenen Sensortechniken ergeben sich für Fahrerassistenzsysteme mehrere Einsatzgebiete. Sie lassen sich unterteilen in aktive Systeme (Systeme mit automatischem Fahrzeug-eingriff) und passive Systeme (Systeme zur Fahrerinformation und zum Insassenschutz) sowie in Sicherheits- und Komfortsysteme.

http://www.mechatronics.ethz.ch/pages/weiterb_seminare.html
Type of Seminar:
Public Seminar
Speaker:
Prof. Peter M. Knoll
Leiter Entwicklung "Neue Erzeugnisse" im Produktbereich Fahrerassistenzsysteme, Robert Bosch GmbH, Germany
Date/Time:
Jun 23, 2003   16:15
Location:

ETH Zentrum, Maschinenlabor, Sonneggstr. 3, ML E 12
Contact Person:

Prof. L. Guzzella
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Biographical Sketch: